Ninfa

Einer der schönsten Landschaftsgärten der Welt

Mit Arbeiten von
Christoph Brech und Hartmut Jahn

Ausstellung auf der Campus-Magistrale der Hochschule Mainz

NINFA, das Pompeji des Mittelalters, droht weiter zu verfallen. Etwa eine Autostunde südlich von Rom liegt in der pontinischen Ebene, zu Füßen der Monti Lepini, Ninfa, ein einzigartig suggestiver Ort, Ruinenstadt des 14. Jahrhunderts. Das sensible Ensemble aus Ruinen, Pflanzen und Tieren ist nur an einigen Tagen im Jahr der Öffentlichkeit zugänglich und war bisher nicht Gegenstand systema-tischer kulturgeschichtlicher Untersuchungen.

Es handelt sich um eine einstmals bedeutende Stadt an der Straße von Neapel nach Rom mit ca. 2000 Einwohnern, deren Ursprünge in die Zeit um 1000 zurückreichen. Seuchen und Zerstörungen führten im späten Mittelalter zur Aufgabe der Stadt und die Gebäude verfielen seitdem. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts ließ die italienische Adelsfamilie der Caetani dort einen englischen Landschaftsgarten anlegen. Heute zählt dieser Garten zu den schönsten Italiens – mehr noch, er wird sogar als der »schönste romantische Garten der Welt« (Peter Beales) bezeichnet. Der Erhalt des Gleichgewichts zwischen den Resten historischer Bauten einerseits und einer vielfältigen Fauna und Flora andererseits zählt zu den Hauptzielen der Gartenarchitektur. So gedeiht hier eine ruinenspezifische Flora, deren Wurzeln die noch existenten Baudenkmäler nicht gefährden sollen.

Für die historische Forschung konnte bislang partiell ein 3D-Scanning durchgeführt und luftgestützte Erfassungsverfahren eingesetzt werden. Ziel ist die verläss-liche messtechnische Zusammenführung aller erhobenen Daten. Stellen die beiden genannten Verfahren die Präzision physikalischer und morphologischer Daten dar, so ist die zukünftige audio-visuelle stereoskopische Erfassung mehr an der Narrativität interessiert, an Sichtachsen, Blickwinkeln und ästhetischen Fragen. Garten und Erscheinung sind von Natur aus von den Jahreszeiten abhängig, sodass diese Erfassung über einen Jahreszeiten-Zyklus verlaufen und ein besonderes spektatorisches Erlebnis werden wird.

Die Institute für Mediengestaltung der Hochschule Mainz und für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz nehmen vorerst mit auf eine Erkundungstour dieser historischen Stätte mit fotografischen und medialen Arbeiten von Christoph Brech und Hartmut Jahn.

Ausstellungsdesign: Dipl. Des. Manfred Liedtke. Grafik: Dipl. Des. Uwe Zentgraf.
Die Bewegtbilder entstanden mit Unterstützung von Llane Fragoso Maldonado M.A. und Philipp Roth (Kamera).

Die Publikation von Prof. Dr. Michael Matheus: „Ninfa – Pompeji des Mittelalters“ wird erscheinen im Verlag Schnell & Steiner, ISBN 978-3-7954-2639-2

Christoph Brech, Fotograf und Videokünstler, wurde 1964 in Schweinfurt geboren. Von 1989 – 1995 studierte er Malerei bei Prof. Franz B. Weißhaar an der Akademie der Bildenden Künste München und wurde u.a. ausgezeichnet mit dem Will Grohmann-Preis
der Akademie der Künste Berlin. Vor seinem Studium zum Gärtner ausgebildet, hat Brech die Gärten von Ninfa über zwei Jahre hinweg fotografisch dokumentiert.

Hartmut Jahn, Film- und Medienkünstler, wurde 1955 in Hannover geboren. Seine Arbeiten wurden ausgezeichnet u.a. mit dem Intl. Deutschen Videokunst-Preis des ZKM Karlsruhe und mit dem Golden Gate Award des San Francisco Film Festival. Sein Panorama-Zyklus „Die Neuen Besitzer der Berliner Mauer“ bildete die Ausstellung des Auswärtigen Amts in Berlin zum 20jährigen Mauerfall.
Hartmut Jahn ist Professor für Film- und Mediengestaltung an der Hochschule Mainz.

Veranstalter:
Institut für Mediengestaltung – img der Hochschule Mainz

in Zusammenarbeit mit dem Institut für geschichtliche Landeskunde an der
JGU: Geschäftsführung: Dr.Kay Sprenger
Vorsitzender des Vorstands: Prof. Dr. Michael Matheus,
Professur am Historischen Seminar der JGU: Arbeitsbereich für Mittlere und Neuere Geschichte und Vergleichende Landesgeschichte.

Kontakt: info@img.hs-mainz.de

 

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