Eine kleine Geschichte des Instituts, das sich angewandte Forschung, enge Verbindung mit dem Studiengang Zeitbasierte Medien, Entwicklungsaufträge für Ministerien und die Kooperation mit anderen Institutionen auf die Fahnen geschrieben hat. Trotz zunehmend härterer Bedingungen eine Erfolgsgeschichte in Mainz.

 

Bewegung und Veränderung: 23 Jahre Institut für Mediengestaltung

Das Institut für Mediengestaltung – img – der Hochschule Mainz besteht seit mehr als zwanzig Jahren. Von den Anfängen als zentrale Einheit der Fachhochschule Rheinland-Pfalz in den 90er Jahren, die durch eine ungebrochene Dynamik der medientechno-logischen Entwicklung gekennzeichnet waren, bis zum heutigen Institut des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Mainz geben die Leiter der jeweiligen Phasen Einblick in die vielfältigen Aktivitäten: Andreas Henrich als Gründer im Jahr 1991, Harald Pulch übernimmt und leitet das img bis zum Jahr 2001, Tjark Ihmels führt es bis 2008, Michael Orthwein prägt es bis 2010, als es das heutige Leitungsgremium mit Anja Stöffler, Egon Bunne und Hartmut Jahn als Sprecher übernimmt.

Gründung

Das Institut für Mediengestaltung wurde gemeinsam mit dem Studienschwerpunkt Neue Medien im Fachbereich Gestaltung der Fachhochschule Rheinland-Pfalz am Standort Mainz 1991 durch Prof. Andreas Henrich gegründet mit den Diplom-Designern Manfred Große, Manfred Liedtke, Uwe Zentgraf, dem Diplom-Ingenieur Martin Pfeifer und Sophie Johann-Rau.

Leitung

2011 – heute
Prof. Hartmut Jahn (Sprecher)
Prof. Anja Stöffler
Prof. Egon Bunne

2009 – 2010
Prof. Michael Orthwein
Vertr.: Dipl.-Des. Manfred Liedtke 2007 – 2010

2001 – 2008
Prof. Tjark Ihmels
Vertr.: Prof. Harald Pulch 2001 – 2005
Prof. Ralf Dringenberg 2006

1997 – 2001
Prof. Harald Pulch
Vertr: Prof. Claudia Söller-Eckert

1991 – 1997
Prof. Andreas Henrich
Vertr.: Prof. Harald Pulch

1991 – 1997
Institutsgründung – die ersten Jahre
Andreas Henrich

1982 war ich an die Fachhochschule Rheinland-Pfalz, Abteilung Mainz I für ein neues Lehrgebiet „Elektronische Medien“ berufen worden, nachdem ich diese Institution schon lange kannte – ich hatte an der Werkkunstschule Mainz, der Vorgängereinrichtung, Graphik studiert. Nun vertrat ich ein Lehrgebiet, das unter Gestaltern und Studierenden durchaus kontrovers gesehen wurde – der Anbruch einer digitalen Umwälzung zeichnete sich ab und Orwells „1984“ stand im Raum –, das aber auch für das Design neue Horizonte aufscheinen ließ. Bei aller Sensibilität für die gesellschaftlichen Fragen, die mit der beginnenden Medienentwicklung verbunden waren, faszinierten mich diese Neubestimmung der Wirkungsmöglichkeiten des Design, die Interaktion zwischen Gestaltung und technologischer Entwicklung und die Chance, die ich sah, Gestaltung und Kommunikation als wirksame und bedeutsame Bestandteile menschlicher und gesellschaftlicher Kultur stärker ins Bewusstsein zu rücken. Dazu gehörte auch, dass die komplett neuen Fragestellungen an das visuelle „Material“ versprachen, dass man möglicherweise so etwas wie eine designbezogene Forschung entwickeln und etablieren könnte. Diese Ausgangspunkte führten zur Einrichtung einer Arbeitsgruppe, die sich mit entsprechenden Fragen beschäftigte und die über eingeworbene Drittmittel erlaubte, Technik anzuschaffen und Studierende als Mitarbeiter zu finanzieren. Die Studierenden konnten dadurch an aktuellen Entwicklungen und Fragestellungen direkt beteiligt werden. Größere Projekte in Kooperation mit der Hochschule für Gestaltung in Offenbach und anderen Partnern führten mit dem Projekt „Mosaik“, der Entwicklung des visuellen Vokabulars eines neuen Informationssystems, zu einer Ausstellung im Centre Pompidou in Paris. Dass so etwas wie Entwicklung oder sogar Forschung nicht nur einen Platz an der Fachhochschule haben könnte, sondern auch ein ganz konkretes Entwicklungspotential für die gesamte Hochschule darstellen könnte, war damals noch neu, für mich aber eine wichtige Antriebsquelle, für die sich Mitstreiter, Unterstützer und eine kooperative Hochschulverwaltung gewinnen ließen. Aus den Erfahrungen und Ergebnissen entwickelte sich ein konkretes Konzept für die Etablierung eines medienbezogenen Designlabors in etwas größerem und tragfähigerem Stil in der Form eines Instituts. Der Begriff „Institut“ bedeutete mir viel, weil ich hier die Anlehnung und Verbindung zu entsprechenden universitären Einrichtungen sah und damit auch eine bestimmte Profilierung des Designbereichs an der FH einerseits und der Institution Fachhochschule andererseits in der Hochschullandschaft verband.

Die FH war in Rheinland-Pfalz als große Hochschule mit einzelnen Abteilungen organisiert, und die von mir angestrebte finanzielle, personelle und räumliche Basis und Unabhängigkeit war nur in Form einer zentralen Einrichtung, die auch Dienstleistungen wie Beratung o.ä. für alle Abteilungen anbot, zu realisieren. Ich fand es aber auch richtig, den Designbereich des Standorts Mainz, für den Gutenberg sozusagen den medientechnologischen Impuls gab, mit einer solchen zentralen Aufgabe zu profilieren.

 

Mit einer Präsentation des Institutskonzepts vor dem Senat der FH Rheinland-Pfalz konnte 1990 die Zustimmung zum Aufbau eines zentralen Instituts gewonnen werden. Das Wissenschaftsministerium unterstützte die Pläne und mit Hilfe der Hochschulsonderprogramme wurde die für mich entscheidende Voraussetzung erfüllt, dass über eine Basisfinanzierung von Personal, Raum und technischer Ausstattung die zentralen Aufgaben unabhängig zu erfüllen sein würden: Forschung und Entwicklung, Lehre, Beratung und Unterstützung der Abteilungen der FH bei allen Fragen im Zusammenhang mit Medien. Professoren/innen als Vertreter aus allen Abteilungen bildeten dann auch das Kuratorium, das die Institutsaktivitäten begleitete, Entscheidungen traf und dem semesterweise berichtet wurde. Es gelang dann rasch, das Institut in geeigneten Räumen aufzubauen, eine breite technische Basis zu installieren und die ersten Projekte zu starten. Eigene Vorhaben, Kooperationen mit anderen Hochschulen und der Universität Mainz, Untersuchungs- und Entwicklungsaufträge von Ministerien und in Zusammenarbeit mit Unternehmen bildeten die Basis der Institutsarbeit, die gleichzeitig auch den Rahmen für die entsprechende Lehre im Fachbereich Kommunikationsdesign und für viele Diplom-arbeiten bot.

Im Auftrag des Ministeriums für Bildung und Kultur wurde z. B. eine Studie zur Situation des Films in Rheinland-Pfalz durchgeführt, mit dem Wirtschaftsministerium wurde eine landesspezifische Designplattform entwickelt, gemeinsam mit Fernsehsendern wurden Computeranimationen realisiert, das Interesse an Medienkultur und -technologie führte zur Entwicklung eine Projekts über Gutenberg und seine Erfindung. Neben meiner eigenen Lehre kamen Lehraufträge und später drei Professuren hinzu, für die Harald Pulch, Claudia Söller-Eckert und Angela Zumpe gewonnen werden konnten, so dass auch ein breiteres Lehrangebot möglich wurde, das den Grundstock bildete für die spätere Einrichtung eines eigenen Studiengangs. Manfred Liedtke, Manfred Große, Martin Pfeiffer, Sophie Johann-Rau und später Uwe Zentgraf bildeten den Stamm von festen Mitarbeitern, der dann im Lauf der Entwicklung um zahlreiche temporäre und studentische Mitarbeiter erweitert wurde.

In der Rückschau war die Institutszeit eine außerordentlich erfüllende Zeit, in der fast jeder Tag von Kreativem, Wissenschaftlichem, Schönem, Technischem, Sozialem, von allen möglichen Arten der Auseinandersetzung mit Menschen und Kommunikation geprägt war.

Besonders wichtig ist mir, eine große Dankbarkeit auszudrücken gegenüber allen, die das Institut und seinen Aufbau unterstützt und gefördert haben und allen, die an der Idee und der Realisierung unmittelbar und mit großem Einsatz beteiligt waren. Genauso große Dankbarkeit aber auch denjenigen gegenüber, die die Idee weiter getragen und weiterentwickelt haben.

1997 – 2001
Die Entwicklung des Instituts
Harald Pulch

1993 wurde ich auf die erste Film- und Video-Professur an die Fachhochschule Mainz berufen. 1996 wurde der Studiengang Mediendesign gegründet. Kurze Zeit später suchte Andreas Henrich ein Gespräch mit mir: Ihm war eine Stelle an der Kunsthochschule für Medien in Köln angeboten worden, er wollte nach Köln gehen und die Institutsleitung an mich abgeben. Das war für mich ein ganz neues Gebiet. Das Institut bestand seit mehreren Jahren. Es gab eingearbeitete, qualifizierte Mitarbeiter, es gab eine Tradition von Unterstützung durch das Ministerium und die Hochschulverwaltung. Projekte, die Drittmittel einbrachten, waren etabliert. Es wurde deutlich, dass die Veränderung der Medien unsere Arbeit stark beeinflussen würde.

Jede Leitung muss sich neu in diese Rolle einarbeiten, sie mit der eigenen persönlichen Struktur und den individuellen Arbeitsschwerpunkten verbinden. Die Nachfrage nach Filmen stieg in dieser Zeit, das kam mir sehr entgegen. Ein enger Zusammenhang zwischen Projekten, Drittmitteln und der Lehre war mir sehr wichtig. Ich wollte, dass die Studierenden durch die Arbeit in den Projekten die Berufsrealität von der Auftragsformulierung über die Kalkulation, die Organisation, die Kontakte, den Umgang mit straffen Zeitplänen und die enge Kooperation kennen lernen.

Die rasante Entwicklung der Medientechnologie wird an zwei Projekten in Kooperation mit dem Gutenberg-Museum deutlich: Im Jahr 2000 entstand in Zusammenarbeit mit IBM die Schnittstelle Gutenberg. Die interaktive DVD verband Gestaltungsmittel aus dem Grafik-Design mit der aktuellsten Medientechnologie. 2011 wurde im Gutenberg-Museum die Ausstellung „Moving Types“ eröffnet.

Auch die Kooperationspartner veränderten sich mit der Komplexität der Arbeitsvorhaben. Sie wurden vielfältiger und führten weit über die Heimatregion hinaus. Zwar blieben die Stadt Mainz, das ZDF und das Gutenberg-Museum unsere nahen Kooperationspartner, darüber hinaus gab es eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Fernsehsendern, der Uni Mainz, FH Wiesbaden, FH Osnabrück, mit der FH und Uni Trier und der FH Brandenburg. In Zusammenarbeit mit der FH Wiesbaden und Fachleuten aus Jordanien beteiligten wir uns sogar am Aufbau einer FH in Jordanien. Diese Projekte stehen exemplarisch für viele weitere.

Die realistische Vorbereitung auf das Berufsleben und der Übergang zwischen Studium und Arbeitswelt lagen mir besonders am Herzen. Im Jahr 2005 wurde mir der „Preis der Lehre“ des Kultusministeriums des Landes Rheinland-Pfalz verliehen. Ich sehe darin unter anderem eine Anerkennung der engen Zusammenarbeit von Institut und Lehre.

Ich wünsche allen, die das Institut produktiv prägen, dass die Freude an immer neuen Herausforderungen trotz der Kämpfe um Gelder erhalten bleibt. Ich wünsche dem Institut für Mediengestaltung, dass es weiterhin so aktiv bleibt. Ich danke allen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben und weiter dafür kämpfen.

2001 – 2008
Bewegung und Veränderung
Tjark Ihmels

Für die Dauer von zwei Amtszeiten wurde mir von 2001 bis 2008 die Leitung des Instituts für Mediengestaltung übertragen. In der Umsetzung von Projekten hatte ich bereits als freischaffender Künstler reichlich Erfahrungen vor meiner Berufung an die Fachhochschule sammeln können und fühlte mich demzufolge für diese Herausforderung einigermaßen gerüstet. Allerdings musste ich schnell einsehen, dass mir zumindest eine elementare Qualifikation fehlte: das Verständnis der institutionellen Sprache. Begriffe wie „Drittmittelrückflüsse“, „Personalmittelbemessungskonzept“ oder „Kompetenzzentrum“ hielt ich anfangs für eine Art „technokratischer Lyrik“ (den Ausdruck „Sondertatbestand“ habe ich dementsprechend im Jahr 2002 als Titel für eine Ausstellung gewählt, die in der Leipziger Galerie André Kermer stattfand). Aber natürlich war es nicht die Originalität der Wortschöpfungen, sondern die sich hinter den Begrifflichkeiten verbergenden Rahmenbedingungen, die meine Tätigkeit als Institutsleiter auf wesentliche Weise prägten. Denn all diese Fachausdrücke beinhalten unterschiedliche Verteilungsmodelle für die existenziell wichtigen Ressourcen eines jeden Forschungsinstitutes, nämlich die finanzielle und personelle Ausstattung.

Ende des Jahres 2001 kündigte sich ein grundlegender Wechsel dieser Rahmenbedingungen an. Das „Modell zur Verteilung der Forschungsmittel durch den Senat der Fachhochschule Mainz“ bildete dafür die Grundlage. Entgegen den seit der Institutsgründung geltenden Regelungen sollte das Institut nicht länger als zentrale Forschungseinrichtung der Hochschule gelten, die Leitung des Instituts nicht länger mit festgelegten Deputaten für die Forschung freigestellt und die für das Institut festangestellten Mitarbeiter nicht länger von der Fachhochschule finanziert, sondern die Personalkosten sollten als „geldwerter Vorteil“ angerechnet und selbstständig eingeworben werden. Mit anderen Worten: Aus dem ursprünglich formulierten „Auftrag zur Forschung“, unterstützt von der gesamten Hochschule, wurde ein „Recht auf Forschung“, unter der maßgeblichen Voraussetzung, dass die Finanzierung der Stellen und der Deputate zukünftig selbstständig eingeworben werden können. Trotz aller Bemühungen konnte diese für das Institut fatale Entwicklung nur hinausgezögert, nicht verhindert werden. Mit der Annahme der neuen „Grundordnung“ der Fachhochschule im Jahre 2005 wurden die neuen Regelungen wirksam. Für mich persönlich bleibt bis heute fraglich, ob diese Umverteilung den gewünschten Effekt, die Forschungsaktivitäten an der Fachhochschule insgesamt zu beleben, tatsächlich förderte.

 

Es war also bereits mit dem Beginn meiner Amtszeit absehbar, dass das Institut vor großen Herausforderungen stand. Um so wichtiger war der kollegiale Zusammenhalt mit allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Die gemeinsame Entwicklung des neuen Erscheinungsbildes unter dem Titel „Bewegung und Veränderung“ griff die inhaltlichen Veränderungen auf und führte gleichzeitig in das Forschungsgebiet der kommenden Jahre ein, welches als übergeordnetes Thema meiner eigenen künstlerischen Arbeit am stärksten entsprach: die generative Gestaltung. Von den unzähligen Projekten, die in den folgenden sieben Jahren entstanden, vollzählig aufgelistet in den entsprechenden Jahresberichten, sollen an dieser Stelle einige wenige beispielhaft in Erinnerung gerufen werden: Das EU-geförderte Projekt „Playing Field“, 2003 (in Kooperation mit MECAD Barcelona und NIM in Amsterdam), die wissenschaftliche Erarbeitung des Themengebietes der „generativen Gestaltung“ für das „Medienkunstnetz“, 2004 (in Zusammenarbeit mit dem ZKM in Karlsruhe), die Produktion des ersten generativen Films „Große Geste auf halb vier“, 2005 und die Entwicklung der Video-Zeitzeugendatenbank „Unsere Geschichte“, 2008 (in Zusammenarbeit mit der Redaktion Zeitgeschichte des ZDF).

Neben den Projekten wird mir die engagierte Zusammenarbeit mit allen „befristeten“ und „unbefristeten“ Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die lebendige und humorvolle Atmosphäre in Erinnerung bleiben, die auch kritische Momente besser zu ertragen half und die in vielen „legendären“ Festen ihre Höhepunkte fand.

2008 – 2010
In die Raumtiefe
Michael Orthwein

Ein Jahr nach meiner Berufung auf die Professur 3D-Animation an die Fachhochschule Mainz übernahm ich die Leitung des Instituts. Aus meiner Perspektive war die technische Konvergenz der Medien durch Digitalisierung sämtlicher medialer Kanäle die besondere Herausforderung. Es zeichnete sich seit 2005 nicht nur eine evolutionäre, sondern eine geradezu revolutionäre Entwicklung ab.

Ende 2008 stellten wir die aktuellen Forschungsfelder in einem kleinen Symposium zur Diskussion. Darauf folgend ergab sich im „Jahr der Astronomie“ 2009 die Möglichkeit zur Gestaltung einer Ausstellung, die die Entwicklung einer Forschungsdisziplin thematisiert, in der die Wissenschaftler sich stark auf das Abbild verlassen müssen. Trotz knapper Mittel und durchaus kontroverser Diskussion des Einsatzes neuer virtueller
Visualisierungs-Technologien ist es gelungen, eine spannende und erlebnisreiche mediale Umsetzung wissenschaftlicher Inhalte zu gestalten, in der sowohl Augmented Reality, 3D-Visualisierung als auch stereoskopische Darstellungen und Projektionen eine tragende Rolle spielen. Die begeisterten Zuschauerreaktionen auf die Ausstellung „Sternenfenster Licht vom Anfang der Welt“ zeigen die hohe Akzeptanz.

Die Stereoskopie, Autostereoskopie und 360-Grad-Projektionen werden auch über die folgenden Jahre einen bleibenden Forschungsschwerpunkt des Kompetenzbereichs immersiver 3D-Animation des Instituts bilden. Aus der gemeinsamen Arbeit entstand der Wunsch, der Zusammenarbeit mit dem Naturhistorischen Museum Mainz ein Fundament zu geben, das in den folgenden Jahren und im Rahmen der „Stadt der Wissenschaft 2011“ in die Zusammenarbeit an weiteren Ausstellungen und die Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages mündete.

Im Jahr 2009 und 2010 konnte das Institut in der Mainzer Region wichtige Impulse setzen, sowohl als assoziiertes Mitglied des Forschungsschwerpunkts Medienkonvergenz der Johannes Gutenberg-Universität als auch als Mitglied der Mainzer Wissenschaftsallianz.

2010 bis heute
Hartmut Jahn, Anja Stöffler, Egon Bunne

Die gleichzeitigen Tendenzen von Konvergenz und Ausdifferenzierung der Medien, die sich auch in den Schwerpunkten Film/Fernsehen, 2D- und 3D-Animation und interaktive Gestaltung in den neuen Bachelor- und Master-Studiengängen Zeitbasierte Medien wieder finden, führen zu einem Aufgabenspektrum, das ein einzelner Leiter nicht mehr adäquat abbilden kann. Diese Erkenntnis ließ uns ein Leitungsgremium bilden aus Anja Stöffler, Egon Bunne und Hartmut Jahn (Sprecher), das sowohl inhaltlich weit aufgestellt ist als auch die erschwerte Situation der Mittelknappheit reflektiert.

Das Jahr 2011 war geprägt durch viele Projekte im Rahmen von „Mainz – Stadt der Wissenschaft“ und die damit verbundenen Kooperationen, die auch über 2011 hinaus Bestand haben. Dazu zählen die Kooperationen mit dem Naturhistorischen Museum, dem Gutenberg-Museum und dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum. Auch künftig sehen wir hier ein großes Potenzial der Zusammenarbeit.

Das Profil des Instituts ist ausgezeichnet durch die Forschungsbereiche Stereoskopische Anwendungen in Animation und Real-Film, Zeitbasierte Typografie, HD-Studio, Interaktiver Film und das Kompetenzzentrum „Generatives Erzählen“.

Der weiteren Zusammenarbeit mit Instituten der Hochschule wie etwa dem i3mainz messen wir besondere Bedeutung bei. Ebenfalls weitergeführt wird die Arbeit mit den im Institut angesiedelten Geschäftsstellen des Designforums Rheinland-Pfalz – descom –unter der neuen Leitung von Nicole Birlenbach und des in 2014 eingerichteten Film- und Medienforums Rheinland-Pfalz unter der Leitung von Nadine Mannweiler, beides Geschäftsbereiche der IMG Innovations-Management Rheinland-Pfalz GmbH.

Die Projekte 2011 waren besonders vielfältig: In Zusammenarbeit mit dem Naturhistorischen Museum entstanden 3D-Visualiserungen auf auto-stereoskopischen Displays bis hin zu einer 360-Grad-Projektion in einer selbst erstellten Rotunden-Projektion für die Ausstellung „Klimazeugen“. Die 3D-Rekonstruktion des Mainzer „Kaufhauses am Brand“ aus dem 14. Jahrhundert in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geschichtliche Landeskunde e.V. der Johannes Gutenberg-Universität wurde Bestandteil der ständigen Ausstellung des Landesmuseums. Die Teilnahme auf dem Mainzer Wissenschaftsmarkt der Wissenschaftsallianz zeigt die Popularität der technologischen Innovation im Bereich Motion Capturing und intuitives Stereo-3D-Modelling. Die Astronomie-Ausstellung „Sternenfenster“ realisiert in Zusammenarbeit mit der Astronomie-Stiftung Trebur wanderte vom Naturhistorischen Museum Mainz (2009) über das Museum am Schölerberg in Osnabrück (2010/11) zum Galileo Park (2012) bei Siegen.

Anlässlich ihres zehnten Jubiläums widmeten sich die Mainzer Designgespräche, eine Veranstaltungsreihe des Designforums Rheinland-Pfalz descom in Kooperation mit dem IMG, grundsätzlichen Aspekten im gestalterischen Prozess. Design ist nicht nur ein absoluter Trendbegriff geworden, er wird geradezu inflationär angewendet. In einer google-Trefferquote von 5 Milliarden finden sich Links bis hin zu Folien-Design, Karriere-Design, Körper- und Lebensgestaltung. Die Veranstaltung, die zum 10. Mal von Julia Riedel, der bisherigen Leiterin des Designforums descom, organisiert wurde, stand unter dem Titel „DESIGN MACHT“, mit den Referenten Prof. Bernhard E. Bürdek (HFG Offenbach), Richard Shaw (Opel AG) und Prof. Dirk Wolfes (FH Trier) und schloss mit einer Modenschau der Fachrichtung Modedesign der FH Trier im Landesmuseum ab.

 

Im Oktober 2011 wurde die Ausstellung „Moving Types – Lettern in Bewegung“ im Gutenberg-Museum eröffnet. Das Zusammenführen von Text, Bild und Ton hat die Gestaltung und Vermittlung von Inhalten durch Schrift im 20. Jahrhundert vor neue Herausforderungen gestellt. Die Ausstellung „Moving Types“ reflektiert die moderne Medienentwicklung von „Schrift in Bewegung“ von den Anfängen des bewegten Bildes bis in die heutige Zeit. Mobile Mediensysteme wie Laptop, iPhone und iPad haben die Gestaltung von Schrift und das Lesen zu einem völlig neuen, mobilen, mehrere Sinne zugleich betreffenden und beanspruchenden Informationsaustausch werden lassen. Im Rahmen dieser Ausstellung konnten wir die „20 Jahre img“ mit einem Festvortrag von Bazon Brock begehen, die ersten Zeugnisse „Master of Arts“ des Studiengangs „Zeitbasierte Medien“ verleihen und das Alumni-Treffen ausrichten.

Die kommenden Jahre werden geprägt sein durch die Fortführung der großen Kooperationsprojekte:

der 3D-Visualisierungen in Zusammenarbeit mit den Museen, die möglichst auf europäischer Ebene professionalisiert und weitergeführt werden,
der Ausstellung „Moving Types“, die vorerst zum Partner, der FH Schwäbisch Gmünd, wandert, um dann die Perspektive Expo 2017 in Mailand aufzunehmen,
der Zusammenarbeit im Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz der Universität Mainz,
der Zusammenarbeit mit dem Studiengang, dem interaktiven Labor 22 und der Erneuerung der Studiokapazitäten in Form eines mobilen HD-Studios, der Komponenten des Virtuellen Studios und dem Einsatz von stereoskopischer Technologie,
der Bildung von Clustern für die eigenständige Entwicklung von immersiven 360-Grad-Projektionen in stereoskopischer 3D-Animation und Real-Film.
Diese erfolgreiche Vielfalt, die entwickelten Synergien und die mediale Designkompetenz darf jedoch nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass die Stabilität und Finanzierung immer härter erkämpft werden müssen.

Der Umzug von der Weißliliengasse in das Medienhaus in der Wallstraße führte zu einer verstärkten Vernetzung mit anderen medialen Initiativen und der Universität Mainz im gleichen Haus. Die gesicherte Verankerung einerseits und die Perspektive auf ein neues großes Medienhaus gemeinsam mit Fachbereichen der Universität führt bei allen Beteiligten zu erneuter hoher Motivation. An dieser Stelle sei es noch einmal mit großem Dank gesagt: Seit Gründung beständig dabei sind die Designer Manfred Liedtke, Uwe Zentgraf und Manfred Große.

Das Land Rheinland-Pfalz besitzt mit dem Institut für Mediengestaltung einen Ort der medialen Innovation und Designkompetenz, der Dank aller Beteiligten mit großem Mut und Enthusiasmus in die Zukunft blicken lässt.

Emeriti und ehemalige Kollegen:
Prof. em. Andreas Henrich
Prof. Claudia Söller-Eckert
Prof. Tamás Waliczky
Prof. Ralf Dringenberg
Prof. em. Harald Pulch

Text: Andreas Henrich, Harald Pulch, Tjark Ihmels, Michael Orthwein, Hartmut Jahn, Manfred Liedtke